Offener Brief an Stadträte – 04.08.2019

Wo Unrecht zu Recht wird, ist Widerstand Pflicht!

Sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,

wir treten mit der aufrichtigen Bitte an Sie heran, der „Notwasserleitung“ nach Leups Einhalt zu gebieten.
Bitte leiten Sie diese Mail auch an Ihre Kolleginnen und Kollegen weiter, die leider keine Mail Adresse auf der Homepage der Stadt Pegnitz führen.

Erst gestern am 03.08.2019 sprudelte der Überlauf mit einer Schüttungsmenge von ca 47,5 m3 pro Tag.
Dies sehen wir als eindeutiges Zeichen, dass der Hochbehälter voll ist mit leicht steigender Schüttungsmenge, trotz fehlendem Regen!
Wir möchten zudem betonen, dass die Löschwasserversorgung von Leups nur mit ca 50 m3 in den ersten Minuten vom Hochbehälter abhängt.
Im Anschluss wird über das unerschöpfliche Wasserangebot der Fichtenohe gelöscht.
Dass deren Wasser ausreichend ist, wurde erst kürzlich wieder von Kreisbrandinspektor bestätigt.
Wie bereits berichtet, wurden nun Gruben in Leups gefüllt, von welchen die Größte allein 170 m3 fasst, der Hochbehälter fasst 120 m³.
(Das entspricht 70 Tanklöschfahrzeugen – wir können also locker Trockau und Pegnitz gleich mitlöschen, wenn es brennt!).
Also ein Vielfaches des Wasservorrates des Hochbehälters.
Wenn also die Löschwasserversorgung in den letzten Jahren als ausreichend eingestuft wurde, sollte sie es nun immer noch sein.

Der Streit um den Anschluss von Leups an die Ringleitung mag ein andauerndes Thema sein. Diese Thematik rechtfertigt nicht, dass Gelder der Allgemeinheit hinausgeworfen werden. Es scheint fast, als wollte man der Gemeinde Leups so schnell wie möglich ein anderes Wasser aufzwingen, nur um etwas umzusetzen, womit man sich am Stammtisch gebrüstet habe.

Wir bitten Sie nun:

  • fordern Sie eine öffentliche und gemeinsame Schüttungsmesssung, um den fiktiven Zahlen Leben einzuhauchen und sie gemeinsam zu prüfen.
  • fordern Sie eine gemeinsame Inspektion des Hochbehälters. So kann der Füllstand und die Methode zur Füllung überprüft werden.
    (Wurde von Seiten des Vereines schon mehrmals eingefordert, leider ohne Erfolg, es wird uns kein Zugang gewährt…warum bloß?)
  • prüfen Sie, ob eine ggf. notwendige Füllung des Hochbehälters mit einem Tanklastwagen an wenigen Tagen – falls überhaupt nötig – nicht sehr viel günstiger wäre.
  • machen Sie sich mit dem Löschplan unserer Ortschaft vertraut, um die fehlende Notwendigkeit zu sehen.
  • prüfen Sie bitte Ihre Zustimmung in der Stadtratssitzung – hier wurde nur für Notversorgung Löschwasser abgestimmt, nicht für Trinkwasserversorgung – und Löschwasser muss keine Trinkwasserqualität haben!
  • ebenfalls prüfen sollten Sie, warum Hans Hümmer und Zweckverbandsmitglieder mit abgestimmt haben – u.E. nach laut Geschäftsordnung der Stadt Pegnitz hätten diese Herrschaften nicht stimmen dürfen.
  • prüfen Sie bitte die Aussage des Werkleiters 80.000 € statt 50.000 € – Verschwendung bei eh klammer Kasse der Stadt Pegnitz
  • ist es korrekt, dass die hoch verschuldetet Stadt Pegnitz eine Übernahme der Kosten zugestimmt hat, obwohl sie keine rechtliche Beteiligungspflicht hat?
  • Das Material wurde bereits am 31.07.19 von der Presse als bei der JG vorrätig gezeigt. War es korrekt, dass der Werkleiter Material ohne Ausschreibung und Kostenvergleich bestellte, bevor er eine Kostenübernahme Zusage Ihrerseits hatte? Haushaltsuntreue?

Und eindringlichst bitten wir Sie, mal in sich zu gehen und sich ernsthaft die Frage zu stellen:
Glauben Sie wirklich, dass ein kleines gallisches Dorf sich keine Gedanken um die Wasserzukunft des eigenen Wohnortes macht und nur aus purem Egoismus Rechtsanwälte einschaltet, um einen persönlichen Kampf mit einem Werkleiter zu führen, oder könnte da nicht doch Unrecht der größte Hebel sein, warum wir uns gemeinsam mit der gesamten Ortschaft so um unsere Wasserzukunft kümmern? Bitte nehmen Sie sich einfach ein paar Minuten Zeit und folgen Sie dieser Frage in Ihr Gewissen!

Wie oben schon im Betreff geschrieben – getreu nach Bertold Brecht: Wo Unrecht zu Recht wird, ist Widerstand Pflicht! Und wir geben noch lange nicht auf, denn für uns und unsere Zukunft ZÄHLT eben JEDER Tropfen – nicht zahlt!

Mit freundlichen Grüßen

Anja Michel
1. Pressesprecherin Pro Leupser Quellwasser e.V.