Die seltsamen Anwandlungen des Herrn Raab

„Raab will Leupser Demonstranten anzeigen“ titeln die Zeitungen am Freitag, 13.12.2019.
Derselbe Bürgermeister Raab, der auf der Webseite der Stadt Pegnitz mit konstruktivem Dialog wirbt.
Sehr konstruktiv, so eine Anzeige – Bravo, Bürgermeister!
Hat mit dem Populismus, gegen den Sie sich so entschieden verwahren, auch ganz bestimmt rein gar nichts zu tun, gell? Auch Ihre Geradlinigkeit ist ja geradezu bewundernswert, wurden Sie doch am 08.12.2019 in den Medien noch damit zitiert:
„Vorgehen will er dagegen nicht, wie er sagt“

„Es sei nicht in eine Menschenmenge gespritzt worden“ wird der Herr Bürgermeister weiter zitiert. Stimmt.
Nicht IN sondern AUF eine Menschenmenge – Gottseidank haben wir trotz aller Bemühungen noch keine Verhältnisse wie in Hong Kong!
Das aber mit Absicht – oder wie sonst will man das Einschwenken des Strahls in Richtung der Leupser erklären?
Durch eine Druckprüfung jedenfalls nicht. Die lief schon vor der Veranstaltung gegen 15:16 Uhr, der Strahl war da noch in eine andere Richtung gerichtet und hätte niemanden getroffen. Auch eine Demonstration des heilsbringenden Drucks der Juragruppen-Weihnachtsgeschenk-Fernleitung kann ja wohl nicht der Grund sein, seine Bürger nass zu machen. Das wäre auch ohne Einschwenken auf die Leupser gegangen.

„Es waren auch keine Kinder, wie fälschlicherweise behauptet wird, vor Ort“ sagt der Herr Bürgermeister. Da müsste der Herr Bürgermeister wohl mal sein Fotomaterial auswerten, das er so umfangreich während der Veranstaltung gesammelt hat (übrigens mit genau jenem „süffisanten Lächeln auf den Lippen“, gegen das er sich im Zeitungsartikel so entschieden verwahrt).
Dass eine Mutter mit ihrem Kinderwagen nicht im Kalkwasser-Regen stehen bleibt, ist ja wohl klar. Ebenso klar ist aber auch, dass sich die Leupser in ihrer eigenen Ortschaft nicht von solchen Aktionen vertreiben lassen.

„Auch lagen die Temperaturen nicht nahe oder gar unter dem Gefrierpunkt“ wird unser Bürgermeister zitiert. Wie jetzt, war also alles gar nicht so schlimm? Sollte das am Ende gar eine warme Dusche für die Leupser werden? Er fühlt anscheinend auch die Temperatur anders als seine Bürger, der Herr Bürgermeister. Z. B. auf agrarwetter.net kann sich ja jeder eine eigene Meinung bilden, im Wetterrückblick für Pegnitz werden dort für den 06.12.2019 15:00 Uhr MINUS 2°C genannt – unsere Handys wiesen vor Ort -2 / -3°C aus.

„Dass die Demonstranten bei diesem Standort genauso im Sprühnebel des in die Luft in Richtung Wald gespritzten Wassers standen, wie die Versammlungsteilnehmer, lag am frei gewählten Standort der Leupser“ ist auch so eine seltsame Ansicht des Herrn Raab. Klar und beweisbar ist: Zunächst wurde weit unterhalb des Standorts gespritzt, erst als die Leupser dorthin unterwegs waren, wurde auf sie eingeschwenkt.
„Raab betonte ausdrücklich, dass er einem ordentlich geführten und konstruktiven Dialog immer offen gegenüberstehe.“ Aha.

Ordentlich geführt hieß doch in der Vergangenheit für Sie, die Kommunikation mit den Leupsern einzustellen, hat sich daran zwischenzeitlich was geändert? Dann wäre es ungemein hilfreich, das dem Kommunikationspartner auch mal mitzuteilen, finden Sie nicht?

Konstruktiv hieß doch in der Vergangenheit für Sie, dass man die Leupser vor sich selber schützen muss? Und da wundern Sie sich über lautstarke Proteste, wenn Sie feierlich das Juragruppen-Weihnachtsgeschenk in Leups einweihen wollen? Ernsthaft?

Und Überhaupt: wenn bislang mal ein Dialog zustande kam, wurde immer gebetsmühlenartig wiederholt, dass die Stadt die Verantwortung für die Wasserversorgung an die Juragruppe abgegeben habe und mit dem Thema nichts zu tun habe und deshalb leider, leider rein gar nichts für die Leupser tun könne.
Zu einer Einweihungsveranstaltung der Juragruppe kann der Herr Bürgermeister samt Bürgermeisterkandidat Schmidt und einigen unbelehrbaren Stadträten aber schon gehen?
Hat da die kostenlose Brotzeit gelockt oder woher kommt die plötzliche Verbundenheit mit der Wasserversorgung Leups?

„Kein Verständnis habe er für eine unangemeldete Demonstration“ wird unser Noch-Bürgermeister weiter zitiert. Wir empfehlen an dieser Stelle das Grundgesetz zur Lektüre, insbesondere §8, dabei geht es um die Versammlungsfreiheit der Deutschen, vielleicht steigert dies das Verständnis des Pegnitzer Oberkommunikators.

„Er habe die Feuerwehrleute vor persönlichen Angriffen zu schützen, so der Bürgermeister. Er werde sich demonstrativ vor diese stellen …“
Das muss er gar nicht demonstrativ machen, er als oberster Dienstherr, der den Feuerwehreinsatz genehmigt hat, ist der alleinige Verantwortliche und steht sowieso in der ersten Reihe, wenn es denn tatsächlich mal an die juristische Aufarbeitung dieses unseeligen Vorfalls gehen sollte. Der Bürgermeister stellt sich also nicht als guter Mensch vor die Feuerwehrleute, er stellt sich einfach nur seiner Verantwortung – hoffentlich!

Ein Gedanke zu “Die seltsamen Anwandlungen des Herrn Raab

  1. Leopold Mayer

    Danke das ist deutlich und leicht verständlich überzeugend dargelegt wie es um die Glaubwürdigkeit und Bürgernähe des Pegnitzer Bürgermeisters bestellt ist. Es ist nur zu offensichtlich, dass er dem Wassermonopolisten näher steht als seinen Wählern! Siewerden sich nächstes Jahr bei den Kommunalwahlen daran erinnern.
    Egal ob er nun VERGEBLICH Anzeige erstattet oder nicht, er kommt ohnehin zu spät!
    Es ist längst Anzeige gg. den ZWV als Veranlasser des Wasserwerfereinsatzes und gg. die Stadt Feststellungklage auf Rechtswidrigkeit des Einsatzes gestellt worden.
    Die Justiz wird ihn schon wieder in die Realität demokratischer Spielregeln zurückholen!

    Gefällt 1 Person

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