Quellschüttung

Ein Argument das immer wieder gegen den Erhalt der Leupser Quelle angeführt wird  sei die Verringerung der Quellschüttung. Das heißt ganz einfach ausgedrückt, aus der Leupser Quelle käme tendenziell immer weniger Wasser. In der 145 seitigen Ausführung der Juragruppe wurde dieses Thema ebenfalls aufgegriffen und zum vermeintlichen Beweis dieser Behauptung wurden 8 Seiten Tabellen beigelegt. Leider ist es in dieser Form nicht möglich aus den Zahlen etwas abzulesen oder eine Tendenz über die Jahre hinweg zu sehen. Daher haben wir die die Zahlen aus dem Dokument der Juragruppe in Form einer Tabelle zusammengefasst und zur besseren Veranschaulichung als Grafik aufbereitet.  (zum Vergrößern bitte anklicken)
QuellschüttungTabBerechnet wurde zum einen die durchschnittliche Quellschüttung in einem Jahr. Diese unterliegt normalen Schwankungen, eine deutliche Tendenz nach unten ist jedoch nicht erkennbar. Des Weiteren wurde auf Basis dieses Wertes die durchschnittliche Quellschüttung pro Tag berechnet und der durchschnittliche Verbrauch pro Tag gegenübergestellt (ebenfalls aus dem Dokument der Juragruppe). Über die Jahre 2006 bis 2016 gemittelt liefert die Quelle 3,23 mal so viel Wasser wie die Leupser Bürger verbrauchen (min. 2,22 und max. 3,66).

QuellschüttungFMIn der Grafik sind zusätzlich die Werte aus dem Jahre 1956 enthalten. Es lässt sich ganz leicht erkennen, dass die Quellschüttung (grün) abgesehen von natürlichen Schwankungen meist sogar oberhalb des Jahresmittelwertes von 1956 (rot) liegt.

Nochmals der Hinweis: diese Zahlen kommen direkt vom Wasserversorger Juragruppe und belegen ganz deutlich die Leistungsfähigkeit der Leupser Quelle.

Zusammenfassend lässt sich folgendes festhalten. Das beigefügte Zahlenwerk der Juragruppe belegt in keinster Weise die Behauptung, dass die Quellschüttung der Leupser Quelle nachlässt. Als interessierter Bürger muss man sich auch hier wieder wundern. Bitte bilden Sie sich selbst Ihre Meinung.

Advertisements

Halbwissen ist schlimmer als Unwissen

In der lokalen Presse war vor kurzem von einer Verkeimung des Leupser Wassers die Rede. Als „Beweis“ hierfür dient eine Reihe von Wasserproben die im Auftrag der Juragruppe im Januar 2018 durchgeführt wurden. Diese Probereihe hat ergeben dass in mehreren Fällen das Rohwasser vor UV-Anlage eine Keimbelastung aufwies und dieses somit nicht der Trinkwasserverordnung entsprach.

Leider wurden in der lokalen Presse diese Informationen nur platt weitergegeben und (wie üblich) nicht hinterfragt. Daher anbei eine kleine Erläuterung die dem interessierten Leser ermöglicht die erhaltenen Informationen im richtigen Zusammenhang zu sehen.

Die Leupser Quelle ist eine Oberflächenquelle. Daher beeinflussen äußere Faktoren wie z. B. Jahreszeit und Niederschlag direkt die Quellschüttung sowie auch die Wasserqualität des Rohwassers. Daher kann es im Jahresverlauf zu Schwankungen kommen. „Oberflächennahe Quellwässer neigen insbesondere bei Starkniederschlägen zu Verkeimungen. Aus diesem Grund wird das Wasser auch über einen Trübstofffilter mit nachgeschalteter UV-Desinfektion geführt“ (Auszug aus dem bereites vielzitierten Gutachten von Herrn Muschler). Die in dem Artikel angesprochenen belasteten Wasserproben sind daher nicht als Nachweis für eine generell mangelnde Qualität der Quelle zu sehen.

Ein weitere Tatsache die Verwunderung hervor ruft ist der Hinweis, dass die Rohwasserproben nicht der Trinkwasserverordnung entsprechen. Das ist zwar faktisch nicht falsch, jedoch in keinster Weise relevant. Rohwasserproben müssen nicht der Trinkwasserverordnung entsprechen, die Trinkwasserverordnungen betrifft nämlich nur das Reinwasser (Rohwasser nach Aufbereitung), also nur das Wasser das beim Endverbraucher aus dem Hahn kommt und daran gibt es nichts zu beanstanden. Die hier gewählte Formulierung hat also nur den Zweck den nicht fachkundigen Leser zu verwirren und eine negative Meinung zu erzeugen.

PS: Kleiner Hinweis noch am Rande. Auf der Website der Juragruppe stehen im Downloadbereich eine Vielzahl von Prüfberichten nach Trinkwasserverordnung aus diversen Ortsnetzen. Keine dieser Proben wurde vom Rohwasser entnommen! Bei Interesse einfach mal online gehen und die Fakten selbst checken.